Der Moment
Es gibt diesen Moment. Jeder Selbstausbauer kennt ihn. Du hast wochenlang recherchiert, Datenblätter gewälzt, Foren durchforstet, drei verschiedene BMS-Hersteller miteinander verglichen. Du hast alles in eine Tabelle gepackt, ordentlich nach Kategorien sortiert, mit Quellen, mit Gewichten, mit Min-Max-Spannen für die Preise.
Dann drückst du auf "Summe".
Sonntagabend, 21:47 Uhr. Kind im Bett. Hund schnarcht auf seinem Kissen. Ich sitze am Esstisch, Laptop aufgeklappt, die Tabellenkalkulation offen. Drei Monate Recherche. 147 Zeilen. Mein Recherche-System ist gründlicher als ich. Es hat jede Quelle geprüft, jeden Preis verglichen, jedes Datenblatt archiviert - und dann hat es mir diese Zahl hingestellt wie ein Kellner die Rechnung. Ich hatte irgendwo bei fünfzigtausend aufgehört, selbst mitzuzählen.
Die Frau kommt aus der Küche. Zwei Tassen. Aber kein Kaffee.
"Kamillentee?"
"Fast zehn." Sie stellt meine Tasse ab. "Koffein nach neun macht dich unausstehlich."
Ich sage nichts. Sie hat recht. Die Kamille riecht nach Arztpraxis und nach aufgeben.
"Und?"
Ich scrolle nach unten. Zur letzten Zeile. Da steht sie, fettgedruckt, in einer Zelle mit gelbem Hintergrund:
78.295 EUR
Stille.
Der Hund hebt kurz den Kopf, legt ihn wieder ab.
"Das ist...", beginnt die Frau.
"Ohne die Rundung. Mit Rundung sind es achtzig."
"Achtzigtausend Euro."
"Für ein fertiges Wohnmobil. Also, fertig im Sinne von: fährt, heizt, kühlt, lädt."
Sie setzt sich. Nimmt einen Schluck Tee. Ich sehe, wie sich ihr Blick über den Bildschirm bewegt. Die Zahlen. Die Kategorien. Die gelbe Zeile am Ende.
"Fünfundvierzigtausend fürs Auto."
"Zwischen fünfundvierzig und zweiundfünfzig. Je nach Ausstattung, Händler, Verhandlungsgeschick."
"Und dann nochmal fünfunddreißig für... das?"
Ich zeige auf die Kategorien. Batterie. Solar. Heizung. Dämmung. Kühlschrank. Doppelsitzbank.
"Das sind die teuren Posten."
Stille. Die Kamille dampft. Der Hund schnarcht. Die gelbe Zeile leuchtet.
Die teuren Posten
Die Sitzbank, die alles kann (und alles kostet)
"Fünftausend Euro für eine Sitzbank?"
Ich wusste, dass das kommen würde. Ich hatte sogar einen Tab vorbereitet.
"Die Scopema RIB Altair. Schau."
Ich klicke durch die Bilder. 860 Millimeter breit, passt in unseren 87-Zentimeter-Constraint. Zwei Dreipunktgurte, ISOFIX, Top Tether. Mechanik klappt nach vorne, nicht nach hinten - wichtig, weil dahinter der Schrank kommt. Liegefläche 186 Zentimeter.
"Die einzige Bank, die alle unsere Anforderungen erfüllt."
"Aber fünftausend Euro."
"Vierachthundertfünfzig. Plus Versand aus den USA."
"Gibt es keine europäische Alternative?"
Ich klicke auf meinen Vergleichs-Tab. Skopos, Smartech, VanEssa, Cabbunk. Alles durchgegangen. Entweder zu breit, oder nur Zweipunktgurte, oder die Mechanik klappt nach hinten, oder keine ISOFIX-Punkte für den Kindersitz.
"Wenn das Kind mit dem Rücksitz nicht angeschnallt werden kann, fahren wir nicht."
"Ich weiß."
"Dann brauchen wir diese Bank."
"Ich weiß."
Ergebnis: Scopema RIB Altair 3P 860mm - 4.850 EUR, 38 kg
Die Batterie, die ein kleines Haus versorgen könnte
"Neunzig Kilo Batterie?"
"Sechzehn Zellen. EVE LF280K. Lithium-Eisenphosphat."
Die Frau runzelt die Stirn. Zahlen mag sie, aber nur wenn sie mit Kilometer pro Stunde oder Herzfrequenz zu tun haben.
"Wie viel Strom ist das?"
"Vierzehn Komma drei Kilowattstunden. Brutto."
"Und was heißt das in... normal?"
"Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht am Tag ungefähr acht bis zehn Kilowattstunden. Wir haben genug für fünf bis sieben Tage Autarkie. Ohne nachzuladen."
"Und der Pössl?"
Ich scrolle zum Vergleich.
"Eins Komma acht Kilowattstunden. AGM-Batterien. Ein Tag, vielleicht anderthalb."
Sie nickt langsam. "Also achtmal so viel."
"Grob. Ja."
"Und kostet?"
"Rund zweitausend für alles. Zellen, REC BMS 2Q Kontaktor, Seplos Mason Gehäuse."
"Das ist... eigentlich günstig?"
"Relativ gesehen. Ja. Der Nullsteuersatz seit 01.01.2023 hilft - laut Paragraf 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz sind Solaranlagen und Speicher steuerfrei."
Ergebnis:
- Batterie (16x EVE LF280K, a 53 EUR) - 845 EUR
- BMS (REC 2Q 16S) - 514 EUR
- Kontaktor (DC 200A+) - 125 EUR
- Gehäuse (Seplos Mason 16S) - 490 EUR
- Busbars, Sensoren, Sicherung - 120 EUR
- Gesamt: ~2.094 EUR, ~90 kg, 14,3 kWh
Die Heizung, die keine Gasflaschen will
"Wasserheizung? Nicht Luft?"
"Diesel-Wasser. Fünf Zonen." (siehe: Hausstrecke gibts nicht)
Ich öffne die Skizze. Eberspaecher Hydronic S3 D5L, ein Fünf-Kilowatt-Brenner. Dazu ein combiBOIL, zwölf Liter, für Warmwasser. Vier Zonenventile. Drei Konvektoren.
"Wohnraum, Cockpit, Schlafbereich, Keller, Brauchwasser."
"Keller?"
"Der Doppelboden. Da sitzt die Batterie. Die darf nicht unter null."
"Ah."
"Und der Wassertank."
"Logisch."
Sie studiert die Zahlen. 176 Wattstunden im Eco-Modus über Nacht. 392 im Normalmodus. Neun Stunden Laufzeit mit einem Liter Diesel.
"Kein Gas?"
"Kein Gas. Keine Gasprüfung alle zwei Jahre. Keine Flaschentauscherei. Keine Panik, wenn wir in Skandinavien sind und die falschen Anschlüsse haben."
"Was spart das?"
"Achtzig Euro alle zwei Jahre für die Prüfung. Plus keine Gasflaschen kaufen. Plus weniger Stress."
"Verkauft."
Ergebnis: 5-Zonen-Wasserheizsystem - 2.650 EUR, 28 kg
Das Dach, das mehr Strom macht als wir brauchen
"Achthundert Watt Solarpanels?"
"Vier Stück. Renogy ShadowFlux 200W N-Type mit Anti-Shading. Je zwei Reihen. Dazwischen zwei Panoramafenster."
Ich zeige die Anordnung. Jedes Panel: 764x1262x30 Millimeter. Verschaltung: 2S x 2P (73 V Voc).
"Achthundert Wattpeak. Plus zweihundert vom Faltpanel Macht tausend."
"Der Pössl hat..."
"Einhundertneunzig."
Stille.
"Also fünfmal so viel."
"Grob. Ja."
"Und im Winter?"
"Sechshundert Wattstunden am Tag. Reicht für Kühlschrank und Licht. Für die Heizung brauchen wir den Ladebooster
"Der macht was?"
"Lädt die Batterie während der Fahrt. Eine Stunde fahren, zwölf Stunden heizen."
Sie nickt. Das versteht sie. Kilometerleistung gegen Energiegewinn. Eine Formel, die Sinn ergibt.
Ergebnis:
- Solar Dach (4x200W + MPPT) - 1.800 EUR, 23 kg
- Faltpanel (200W + MPPT) - 411 EUR, 8 kg
- Ladebooster (Sterling BB1248120) - 950 EUR, 1,8 kg
Die Dämmung, die nicht schimmelt
"Sprühkork?"
"Vier Millimeter direkt aufs Blech. Dann Schafwolle. Dann Molton. Dann Birkenmultiplex."
"Schafwolle?"
"Reguliert Feuchtigkeit. Bis zu dreiunddreißig Prozent ihres Eigengewichts. Keine Dampfsperre nötig."
Ich öffne die R-Wert-Berechnung. Eins Komma sechs (U-Wert 0,625). Doppelt so gut wie Armaflex. Wärmeverlust bei minus fünf Grad Außentemperatur: 469W (vs. 937W bei Armaflex 19mm - also 2x besser).
"Heißt?"
"Die Heizung läuft im Eco-Modus. Trotz Frost."
"Und die Birke?"
"Härter als Fichte, leichter, splitterfest. Kindertauglich."
Sie schaut zur Tür, hinter der das Kind schläft.
"Splitterfest ist gut."
Aufschlüsselung:
- Rostschutz (Brunox Epoxy + Brantho-Korrux + Fluid Film - ca. 625 EUR
- Sprühkork 30m2 (Soliege Natural, 80 EUR/m2) - ca. 2.400 EUR
- Schafwolle 30m2 (Isolena Optimal) - ca. 450 EUR
- Molton B1 30m2 - ca. 240 EUR
- Birke-Multiplex 23m2 (6mm, splitterfest) - ca. 350 EUR
Flächen: 23 m2 mit Holz (Wände, Decke), 7 m2 ohne Holz (hinter Schränken)
Ergebnis: Dämmung (komplett) - 2.800 EUR, ~120 kg
Wo kann man beim Wohnmobil-Selbstausbau sparen?
"Wo können wir sparen?"
Ich habe diese Frage erwartet. Ich habe sogar eine Liste.
"Das Faltpanel könnten wir weglassen. Vierhundert Euro."
"Und dann?"
"Weniger Flexibilität. Im Schatten parken ist dann schwieriger."
"Weiter."
"Die Sitzbank könnten wir gebraucht kaufen. Vielleicht zweitausend gespart."
"Risiko?"
"Keine Garantie. Unbekannte Vorgeschichte. Bei einem Sitz mit ISOFIX..."
"Nein."
"Dachte ich mir."
"Weiter."
"Die Heizung. Wir könnten eine chinesische Standheizung nehmen. Dreihundert statt tausendzweihundert."
"Aber?"
"Keine Ersatzteile. Fragwürdige Qualität. Bei minus fünfzehn in Norwegen..."
"Nein."
"Dachte ich mir."
Ich scrolle durch die Liste. Die großen Posten sind alle begründet. Batterie, Solar, Heizung, Dämmung, Sitzbank - überall haben wir bereits die günstigste Option gewählt, die unsere Anforderungen erfüllt.
"Das Minimum-Szenario liegt bei vierzehntausend."
"Was fehlt dann?"
"Heizung. Faltpanel. Aufstelldach. Doppelsitzbank."
"Also praktisch alles, was das Ding wohnbar macht."
"Praktisch."
Der Hund hat sich im Schlaf auf die Seite gedreht. Ein Bein zuckt. Träumt er? Von Eichhörnchen oder von Preislisten? Wahrscheinlich Eichhörnchen.
Die Szenarien
Ich zeige ihr die drei Varianten.
Minimum-Autonomie: ~14.000 EUR Ausbau
Elektrik komplett. Kühlschrank. Dämmung. Fertig.
- Gewicht: ~321 kg
- Puffer zum Gewichtslimit: ~589 kg
- Autarkie: 5-7 Tage
- Heizung: Keine (nur Dieselheizlüfter)
- Gurte hinten: Keine (nur Vordersitze)
"Wäre das überhaupt nutzbar?"
"Für zwei Erwachsene im Sommer. Ja."
"Für uns? Mit Kind? Und Hund?"
"Nein."
Standard (Empfohlen): ~24.500 EUR Ausbau
Alles für ganzjähriges Reisen.
- Gewicht: ~420 kg
- Puffer zum Gewichtslimit: ~490 kg
- Autarkie: 5-7 Tage
- Heizung: 5-Zonen-Wassersystem
- Gurte hinten: 2x Dreipunkt + ISOFIX
"Das ist das, was wir brauchen."
"Ja."
"Und mit dem Fahrzeug..."
"Neunundsechzigtausend. Plus Möbel, Werkzeug, TÜV."
"Achtzig."
"Achtzig."
Full-Build: ~24.500 EUR Ausbau + Aufstelldach (nicht kalkuliert)
Maximum Komfort.
- Gewicht: ~470 kg
- Puffer zum Gewichtslimit: ~440 kg
- Aufstelldach: Noch nicht recherchiert
"Das Aufstelldach ist optional?"
"Für den Anfang. Ja."
Der Elefant im Raum
"Pössl Summit kostet zweiundsiebzigtausend. Und der Knaus BoxStar 68.000."
Ich wusste, dass das kommen würde.
"Ja."
"Und der kann sofort fahren."
"Ja."
"Und hat Garantie."
"Zwei Jahre. Ja."
Ich öffne den Vergleich.
| Feature | Unser Ausbau | Pössl Summit | Knaus BoxStar 600 MQ |
|---|---|---|---|
| Basis | Boxer L3H3 Heavy | Jumper L3H2 | Ducato L3H2 |
| Batterie (nutzbar) | 11,4 kWh | 1,8 kWh | 1,4 kWh (150 Ah AGM) |
| Solar | 1.000 Wp | 190 Wp | 100 Wp |
| Heizung | Diesel 5-Zonen | Gas (Truma Combi 4) | Gas (Truma Combi 6) |
| Kühlschrank | 115 L | 90 L | 70 L |
| Motor | 180 PS AT8 | 140 PS Schaltung | 140 PS Schaltung |
| Chassis | Heavy (3,99t möglich) | Standard | Standard |
| Autarkie | 5-7 Tage | 1 Tag | 0,5 Tage |
"Sechsmal so viel Batterie."
"Ja."
"Fünfmal so viel Solar."
"Ja."
"Kein Gas."
"Ja."
"Vierzig PS mehr."
"Mit Automatik."
Sie studiert die Zahlen. Der Hund schnarcht immer noch. Der Tee wird kalt. Das Papier, auf das ich später schreiben werde, liegt neben dem Laptop, gelbe Zeile nach oben.
"Aber achttausend Euro mehr als der Pössl. Realistisch."
"Achttausend mehr für sechsmal so viel Batterie."
"Und fünfmal so viel Solar. Und besseren Motor. Und Heavy-Chassis."
Stille.
Die Rechnung nach fünf Jahren
Ich hatte auch das vorbereitet.
| Position | Unser Ausbau | Pössl Summit | Knaus BoxStar |
|---|---|---|---|
| Kaufpreis | 80.000 EUR | 72.000 EUR | 68.000 EUR |
| Gas-Zertifikate (5 Jahre) | 0 EUR | 160 EUR | 160 EUR |
| Batteriewechsel | 0 EUR (LiFePO4 7000 Zyklen) | 800 EUR (AGM 300 Zyklen) | 600 EUR |
| Wiederverkauf | ~40.000 EUR (-50%) | ~47.000 EUR (-35%) | ~44.000 EUR (-35%) |
| Effektive Kosten | 40.000 EUR | 25.960 EUR | 24.760 EUR |
"Vierzehntausend Euro mehr über fünf Jahre."
"Bei konservativem Wiederverkaufswert. Ja."
"Für..."
"Sechsmal Batterie. Fünfmal Solar. Kein Gas. Heavy-Chassis. Automatik. Und dreihundert Stunden Arbeit."
Sie rechnet. Lauftrainer-Gehirn. Zahlen. Effizienz.
"Dreihundert Stunden bei vierzig Euro Stundenlohn wären zwölftausend."
"Opportunitätskosten. Nicht in der Tabelle."
"Also technisch sechsundfünfzigtausend."
"Technisch."
"Gegenüber sechsundzwanzig."
"Gegenüber sechsundzwanzig."
Stille. Der Hund hat aufgehört zu schnarchen. Er atmet tief und gleichmäßig. Er braucht einen Ball und einen Menschen, der ihn wirft. Kostet drei Euro. Maximale Rendite.
Unter dem Tisch legt er leise seinen Kopf auf mein Knie. Nicht fordernd - bittend. Augen nach oben, braun und feucht. Ich spüre das warme Gewicht auf meinem Bein. Streiche kurz über seinen Kopf. "Gleich." Weiterrechnen. Er lässt den Kopf liegen. Fünf Minuten. Zehn Minuten. Die Zahlen verschwimmen. Dann seufzt er und rutscht zurück auf seine Decke.
Der Moment danach
Es ist jetzt 23:12 Uhr. Die Teetassen sind leer. Der Hund hat sich auf die Seite gedreht.
"Es ist nicht rational", sage ich.
"Nein."
"Ein Pössl wäre vernünftiger."
"Wahrscheinlich."
"Wir wären schneller fertig. Hätten Garantie. Könnten nächsten Sommer schon fahren."
"Ja."
Stille.
"Aber?"
Ich zeige auf die Batterie-Zeile. 14,3 kWh.
"Eine Woche im Winter, irgendwo in Norwegen. Nordlichter. Der Laptop läuft, das Kind guckt einen Film, der Kühlschrank kühlt, die Heizung heizt. Und wir müssen nirgendwohin fahren. Nicht zur nächsten Stromquelle. Nicht zum Campingplatz. Einfach... da sein."
Sie nickt.
"Und beim Pössl?"
"Eineinhalb Tage. Dann wird's kalt."
Stille.
"Du weißt, dass das ein Commitment ist und kein Glaubenssatz, oder?"
"Wo ist der Unterschied?"
"Bei einem Commitment weißt du, worauf du dich einlässt."
Pause.
"weißt du das?"
Stille.
"Wir bauen selbst", sagt sie.
"Wir bauen selbst."
Du hast währenddessen geschlafen. Auf deiner Decke, unter dem Stuhl, der bei jedem Seitenwechsel knarrt. Wahrscheinlich der Klügste von uns.
Die Zahlen zum Mitnehmen
Fahrzeug
**Peugeot Boxer L3H3 Heavy 180PS AT8 45.000--52.000 EUR
- 2.2 Multijet3, 180 PS, 450 Nm
- 8-Gang Aisin AT8
- Heavy-Chassis (verstärkte Bremsen/Achsen)
- Leergewicht: 2.285 kg
- Auflastung auf 3,99t möglich (~50 EUR Gutachten)
Ausbau Standard (Empfohlen)
Summe: ~21.100 EUR (+ 15% Puffer = ~24.500 EUR)
| Komponente | Preis | Gewicht |
|---|---|---|
| Batterie + BMS | ~2.094 EUR | ~90 kg |
| Wechselrichter | ~530 EUR | ~19 kg |
| Monitoring | ~509 EUR | ~1,5 kg |
| Solar Dach | ~1.800 EUR | ~23 kg |
| Faltpanel | ~411 EUR | ~8 kg |
| Ladebooster | ~950 EUR | ~1,8 kg |
| Sicherungssystem | ~800 EUR | ~5 kg |
| Wandler + USB | ~681 EUR | ~5 kg |
| Verkabelung | ~450 EUR | ~15 kg |
| Kühlschrank | ~1.200 EUR | ~25 kg |
| Dämmung | ~2.800 EUR | ~120 kg |
| Heizung | ~2.650 EUR | ~28 kg |
| Doppelsitzbank | ~4.850 EUR | ~38 kg |
| Dachfenster | ~385 EUR | ~11 kg |
| Induktion | ~149 EUR | ~5 kg |
| Sonstiges | ~841 EUR | ~25 kg |
Gewichtsbilanz
| Posten | Gewicht |
|---|---|
| Fahrzeug leer | 2.285 kg |
| Ausbau Standard | ~420 kg |
| Personen + Hund | ~205 kg |
| Gepäck | ~100 kg |
| Gesamt | ~3.010 kg |
| Puffer | ~490 kg (OK) |
Gesamtkosten
| Position | Kosten |
|---|---|
| Fahrzeug | ~48.000 EUR |
| Ausbau | ~21.100 EUR |
| Puffer 15% | ~3.165 EUR |
| TÜV + Versicherung | ~1.700 EUR |
| Werkzeug | ~780 EUR |
| Möbel/Innenausbau | ~3.000 EUR |
| Kleinteile | ~550 EUR |
| Gesamt | ~78.295 EUR |
| Gerundet | ~80.000 EUR |
78.295 EUR.
Der Hund braucht keine Nordlichter. Keinen Laptop. Keine Heizung wenn er sich zusammenrollt. Kein Heavy-Chassis, keinen Ladebooster, keinen Sprühkork. Er braucht keine 14 Kilowattstunden. Ein Ball und die Sonne auf dem Fell reichen ihm für den ganzen Tag.
Aber er braucht seine Menschen. Und die bauen ihm jetzt ein Haus auf Rädern. Für 78.295 Euro. Das ist verdammt viel Geld für etwas, das er nicht bestellt hat.
Mein lieber Hund, 78.295 EUR. Du würdest sagen: Ein Ball kostet drei Euro. Und du hättest recht. Aber wir bauen trotzdem. Weil Nordlichter.
Weil das Kind Nordlichter sehen will. Weil die Frau lächelt, wenn sie "Verkauft" sagt. Weil ich nachts am Esstisch sitze und Tabellen baue, anstatt zu schlafen, und weil du auf meinen Füßen liegst und schnarrst und nicht eine Sekunde daran zweifelst, dass alles gut wird.
Vielleicht bist du der Klügere von uns beiden.
Wahrscheinlich.
Dein Herrchen
P.S.: Der Hund hat seinen Kopf auf mein Knie gelegt und fünfzehn Minuten gewartet. Dann ist er auf seine Decke zurückgegangen. Er hat nicht mehr zur Balkontür geschaut. Heute Abend nicht.
Zulässiges Gesamtgewicht | | Heavy-Chassis | Verstärktes Chassis mit stärkeren Bremsen/Achsen | | LiFePO4 | Lithium-Eisenphosphat-Batterie (7000 Zyklen, sicher) | | BMS | Battery Management System | | MPPT | Solar-Laderegler mit Maximum Power Point Tracking | | Ladebooster | DC-DC-Wandler für Ladung über Lichtmaschine | | R-Wert | Wärmedurchlasswiderstand (höher = besser) | | DoD | Depth of Discharge (Entladetiefe) | | ISOFIX | Genormtes Kindersitz-Befestigungssystem | | N-Type | Solarzellen-Technologie (höhere Effizienz, temperaturstabil) | | Anti-Shading | Solarmodule mit reduzierter Leistungseinbusse bei Teilverschattung | | Nullsteürsatz | 0% MwSt. auf Solaranlagen + Speicher (seit 01.01.2023, Paragraf 12 Abs. 3 UStG) | | Opportunitätskosten | Entgangener Gewinn durch Eigenarbeit statt bezahlter Tätigkeit |
Stand: Februar 2026 Puffer: 15% auf alle Preisangaben Datenquelle: DECISIONS.json (v2.1) Hinweis: Preise schwanken. Vor Kauf aktuelle Angebote einholen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Wohnmobil-Selbstausbau insgesamt?
Die Spanne reicht von 5.000 Euro für einen minimalen Sommerausbau bis über 80.000 Euro für ein ganzjährig autarkes Fahrzeug mit Basisfahrzeug. In unserem Fall: 48.000 Euro Fahrzeug plus 24.500 Euro Ausbau (inklusive 15% Puffer), Werkzeug und TÜV - zusammen rund 78.000 Euro.
Ist ein Selbstausbau günstiger als ein fertiges Wohnmobil?
Nicht unbedingt. Ein vergleichbarer Pössl Summit kostet 72.000 Euro, ein Knaus BoxStar 68.000 Euro - aber mit nur einem Achtel unserer Batteriekapazität und einem Fünftel unserer Solarleistung. Der Selbstausbau ist teurer, liefert aber sechsmal mehr Batterie, fünfmal mehr Solar und kein Gas.
Wie lange dauert ein Kastenwagen-Selbstausbau?
Typisch sind 150 bis 300 Arbeitsstunden, verteilt über 3 bis 12 Monate je nach Komplexität und verfügbarer Zeit. Für unseren Ausbau rechnen wir mit etwa 300 Stunden - bei 40 Euro kalkulatorischem Stundenlohn sind das 12.000 Euro Opportunitätskosten, die nicht in der Tabelle stehen.
Warum LiFePO4 statt AGM-Batterien?
LiFePO4-Zellen halten 7.000 Zyklen gegenüber 300 bei AGM. Unsere 14,3-kWh-Batterie liefert fünf bis sieben Tage Autarkie, während vergleichbare AGM-Setups nach eineinhalb Tagen leer sind. Dazu kommt der Nullsteürsatz seit 2023 (Paragraf 12 Abs. 3 UStG), der Solarspeicher steuerfrei macht.
Braucht man eine Gasprüfung beim Selbstausbau?
Nur wenn Gas verbaut wird. Unser Ausbau ist komplett gasfrei - Diesel-Wasserheizung statt Truma, Induktion statt Gasherd. Das spart die Gasprüfung (80 Euro alle zwei Jahre), den luftdichten Gaskasten und die Sorge um länderspezifische Anschlüsse in Skandinavien.
Wie viel Gewichtspuffer bleibt beim Selbstausbau?
Bei unserem Standard-Szenario wiegt der Ausbau 420 kg. Mit Fahrzeug (2.285 kg), Personen (205 kg) und Gepäck (100 kg) kommen wir auf 3.010 kg - bei 3.500 kg zulässigem Gesamtgewicht bleiben 490 kg Puffer. Eine Auflastung auf 3,99 Tonnen ist beim Heavy-Chassis für etwa 50 Euro möglich.
Nächste Folge: "Das Heavy-Chassis, oder: Warum wir einen abgelasteten Viertonner kaufen"
