Ein Ladebooster ist ein DC-DC-Wandler zwischen Starter- und Aufbaubatterie, der während der Fahrt die Bordbatterie mit optimaler Ladespannung und bis zu 70 A Ladestrom versorgt - unabhängig von der Drehzahl der Lichtmaschine.
Die Lichtmaschine lügt. Der Booster korrigiert.
Die Mama sass auf dem Beifahrersitz und hat auf das Voltmeter geschaut, das ich provisorisch an die Mittelkonsole geklebt hatte. "13,2 Volt," hat sie gesagt.
"Genau. Das ist das Problem."
Moderne Lichtmaschinen - alles ab Euro 5 - regeln die Ladespannung runter, sobald die Starterbatterie voll ist. 13,2 Volt. Klingt nach viel. Ist es nicht. Eine LiFePO4-Batterie braucht 14,4 bis 14,6 Volt, um vernünftig zu laden. Bei 13,2 Volt passiert: nichts. Die Bordbatterie sitzt hinten und wartet. Die Lichtmaschine vorne sagt "Alles gut hier" und meint damit nur sich selbst.
Wie lädt man während der Fahrt richtig?
Mit einem Ladebooster. Ein DC-DC-Wandler, der zwischen Starter- und Aufbaubatterie sitzt. Er nimmt die 13,2 Volt von der Lichtmaschine und transformiert sie auf die 14,6 Volt, die die Lithium-Batterie braucht. Richtige Spannung, richtiger Strom, richtige Ladekennlinie. IUoU - erst voller Strom, dann konstante Spannung, dann Erhaltung. Wie ein Ladegerät, nur dass die Energiequelle kein Stecker ist, sondern der Motor.
Der Sterling BB124870. 70 Ampere. Das Ding wiegt 3,2 Kilo und schiebt während einer Stunde Fahrt bis zu 70 Amperestunden in die Batterie. Bei 48 Volt Systemspannung sind das 3.360 Wattstunden. In einer Stunde. "Das ist wie ein Campingplatz-Anschluss, nur in der Motorhaube," hat die Mama gerechnet.
Früher ging das einfacher. Trennrelais. Batterie A und Batterie B werden verbunden, Strom fließt. Aber ein Trennrelais kann keine Spannung transformieren. Es verbindet einfach. Und bei einer geregelten Lichtmaschine, die auf 13,2 Volt abdrosselt, verbindet es zwei Batterien auf einem Niveau, bei dem keine richtig lädt.
"Und was passiert, wenn der Motor aus ist?", hat die Neunjährige gefragt.
"Dann trennt der Booster die Batterien. Automatisch. Die Starterbatterie bleibt voll. Morgen springt der Motor an."
"Und wenn du das vergisst?"
"Kann ich nicht vergessen. Der Booster macht das allein."
"Wie der Hund, wenn er sich hinlegt."
Stimmt. Du legst dich hin, wenn du müde bist. Ohne Befehl. Ohne Erinnerung. Der Booster trennt, wenn der Motor aus ist. Manche Dinge regeln sich selbst.
In unserem System arbeitet der Ladebooster zusammen mit dem DVCC. Victrons Ladesteuerung sorgt dafür, dass Booster, Solar und Landstrom nicht gleichzeitig in die Batterie drücken, ohne voneinander zu wissen. Der Booster meldet seinen Strom. Der Cerbo GX koordiniert. Kein Chaos. Kein Überladen.
Du hast das Voltmeter beschnüffelt. 13,2 Volt riechen offenbar nach nichts.
---## Häufig gestellte Fragen
Braucht man einen Ladebooster bei LiFePO4-Batterien?
Ja, zwingend. LiFePO4 benötigt eine exakte Ladespannung von 14,4 bis 14,6 Volt (bei 12V-Systemen). Moderne geregelte Lichtmaschinen liefern nur 13,2 bis 13,5 Volt. Ohne Booster lädt die Batterie während der Fahrt nicht oder nur minimal.
Was ist der Unterschied zwischen Ladebooster und Trennrelais?
Ein Trennrelais verbindet Starter- und Bordbatterie einfach miteinander. Ein Ladebooster transformiert die Spannung aktiv und lädt mit einer optimalen Kennlinie. Bei Fahrzeugen ab Euro 5 funktioniert ein Trennrelais nicht mehr zuverlässig.
Wie groß muss der Ladebooster dimensioniert sein?
Mindestens 10 Prozent der Batteriekapazität als Ladestrom. Bei 200 Ah also mindestens 20 Ampere. Mehr ist besser - ein 70-A-Booster lädt eine 200-Ah-Batterie in unter drei Stunden von leer auf voll.
Belastet der Ladebooster die Lichtmaschine?
Ja, der Booster entzieht der Lichtmaschine Strom. Bei 70 Ampere und 14 Volt Eingangsspannung sind das knapp 1.000 Watt Dauerlast. Die meisten Lichtmaschinen vertragen das problemlos, aber bei sehr kleinen Generatoren sollte man die Leistung reduzieren.
Kann man einen Ladebooster mit Solar und Landstrom kombinieren?
Ja, das ist der Standardfall im modernen Wohnmobil. Per DVCC koordiniert der Cerbo GX alle Ladequellen, sodass sie sich nicht gegenseitig stören und die Batterie optimal geladen wird.
