"Induktionskochfelder" ist die Pluralform. Wenn du über mehrere Kochfelder oder die Gerätekategorie allgemein sprichst: → Induktionskochen im Wohnmobil — dort steht alles zur Technik, zum Stromverbrauch und zur Frage, warum Gas im Wohnmobil eine schlechte Idee ist.
Wie viele Kochfelder braucht man in einem Kastenwagen? Einen. Höchstens zwei. Aber die Frage lohnt sich.
Der Küchenhaken: Wir wollten zwei Feuer. Nicht wegen Luxus — wegen der Mama, die gleichzeitig Wasser aufkocht und das Kind sein Rührei braten lässt. Zwei Töpfe gleichzeitig. Zwei Induktionsfelder.
Wie funktioniert ein Induktionskochfeld?
Eine Spule unter der Glaskeramikoberfläche erzeugt ein elektromagnetisches Wechselfeld mit etwa 20.000 bis 60.000 Hertz. Der Topfboden — muss ferromagnetisch sein, also eisenhaltig — wirkt als Sekundärspule. Im Metall entstehen Wirbelströme. Diese Wirbelströme erzeugen Wärme direkt im Topfboden. Die Glasfläche selbst bleibt kalt, wärmt sich nur durch Kontakt mit dem Topf auf.
Kein Verbrennungsvorgang. Kein CO. Kein Flammenversagen bei Wind. Kein Nachfüllen, kein Adapter, der in Portugal nicht passt.
Fest verbautes Induktionskochfeld vs. tragbare Platte
Für den Wohnmobil-Ausbau gibt es zwei Ansätze:
Fest eingebaut (zwei oder mehr Feuer): Professionelle Geräte wie das Dometic MCS 2, Siemens iQ300 oder Miele KM 6115 werden in die Arbeitsfläche eingelassen. Vorteil: stabiler Einbau, hochwertige Verarbeitung. Nachteil: Preis, Platzbedarf, feste Position.
Tragbare Induktionsplatte (ein Feuer): Günstig, flexibel, bei Nichtbedarf verstaubar. Einstieg ohne großen Einbauaufwand. Nachteil: meist nur Pulsing statt echter Frequenzmodulation.
Welchen Strom brauchen Induktionskochfelder?
Ein einzelnes Kochfeld: 1.400 bis 2.000 Watt. Zwei gleichzeitig: bis zu 4.000 Watt. Das ist keine Kleinigkeit. Wer ein 48V-Bordnetz mit LiFePO4-Akku hat, kann das händeln — ein Victron Multiplus II mit 3.000 VA macht das mit. Wer 12V-Bleibatterien hat, kämpft.
Wir haben 14,3 kWh im 48V-Bordnetz. Nudeln für vier Personen, 1.200 Watt, 15 Minuten: das sind 300 Wattstunden. Drei Prozent der Batteriekapazität. Kein Problem.
Welche Töpfe funktionieren?
Nur ferromagnetisches Geschirr. Test: Kühlschrankmagnet an den Topfboden. Bleibt er haften — passt es. Edelstahl (mit magnetischem Kern) ja, reines Aluminium nein, Kupfer nein, Emaille auf Stahl ja.
Die Mama hat damals jeden Topf im Haushalt getestet. Drei von sieben haben bestanden. Die anderen sind geblieben. Die Induktionskochfelder sind ins Wohnmobil gezogen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem fest verbauten Kochfeld und einer Induktionsplatte?
Fest verbaute Induktionskochfelder werden in die Arbeitsfläche eingelassen und bieten oft zwei oder mehr Feuer mit echter Frequenzmodulation. Eine Induktionsplatte ist die tragbare Einzelfeld-Variante — günstiger, flexibler, aber meist mit Pulsing-Regelung statt stufenloser Leistung.
Wie viel Strom verbrauchen zwei Induktionsfelder gleichzeitig?
Zwei Feuer auf mittlerer Stufe ziehen zusammen 2.000 bis 3.000 Watt. Bei einem 48V-Bordnetz mit ausreichend dimensioniertem Wechselrichter ist das kein Problem. Auf 12V-Systemen ohne Verstärkung ist das grenzwertig.
Kann ich ein Haushalts-Induktionskochfeld im Wohnmobil verwenden?
Ja, über einen 230V-Wechselrichter. Wer einen Victron Multiplus II oder ähnliches hat, betreibt handelsübliche Küchen-Induktionskochfelder problemlos. Kein spezielles "Wohnmobil-Kochfeld" nötig.
Warum kein Gas statt Induktionskochfeldern?
Propangas ist schwerer als Luft, sammelt sich am Boden und wartet dort auf eine Zündquelle. Im engen Kastenwagen mit Kind und Hund ist das ein akzeptiertes Risiko, das wir nicht akzeptieren wollen. Induktion hat keinen Tank, keine Flasche, keine Flamme, keine Abgase.
